Buchempfehlung: Modernisierung, Globalisierung und Kultur im mexikanischen Bundesstaat Chiapas

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Die zapatistische Bewegung in Chiapas erfreut sich, zumindest in sogenannten linken Kreisen, eines immer größer werdenden Bekanntheitsgrades.

Dennoch versucht das vorliegende Buch nicht, das Phänomen des Zapatismus und der zapatistischen Bewegung unter eine bestimmte politische Ideologie zu zwingen. Stattdessen wird angestrebt, die Entstehung und den Verlauf der zapatistischen Bewegung aus dem Wechselspiel ökonomischer, sozialer, politischer und kultureller Faktoren zu verstehen

Darüber hinaus wird die Bedeutung von lokalen, nationalen und globalen Dynamiken analysiert und verständlich gemacht werden. Thematisiert werden dabei die spezifischen Problematiken und Bedingungen der mexikanischen Republik seit der Revolution von Zapata, sowie die neuen Herausforderungen und Probleme, welche in Zusammenhang mit dem sogenannten Neoliberalismus und der wirtschaftlichen Globalisierung stehen.

Besonders thematisiert werden auch die Situation und die Dynamiken der indigenen Gesellschaft in Chiapas. Dabei wird deutlich, dass die indigenen Menschen in den meisten Fällen der Geschichte, die Leittragenden der Politik von Oben gewesen sind. Dennoch wird auch deutlich werden, dass diese niemals lediglich als passive Objekte zu verstehen waren, sondern ebenfalls eine eigene Geschichte besitzen und sich auch immer als Subjekte aktiv für eine Änderung ihrer Lebensbedingungen eingesetzt haben.

Die heute bekannte zapatistische Bewegung ist dabei nur die Spitze eines langen, nicht immer geradlinigen und konfliktfrei verlaufenden Organisationsprozesses. Neben diesen Darstellungen wird ebenfalls thematisiert werden, wie das Zusammenspiel von globaler und lokaler Ebene nicht nur destruktives bzw. kriegerisches, sondern auch konstruktives Potential entfalten kann. Diese Frage wird anhand der Möglichkeiten und Grenzen der sogenannten internationalen Zivilgesellschaft thematisiert werden.

Diese Ausführungen und Analysen werden in Bezug zu klassischen und aktuellen sozialwissenschaftlichen Konzepten von Modernisierung und Globalisierung gesetzt. Dies soll zum einen dazu dienen, eine systematische Einordnung der Ereignisse auch über den lokalen Rahmen hinaus zu ermöglichen. Des Weiteren soll ein tieferes und hoffentlich auch kritischeres Verständnis hinsichtlich unserer eigenen modernen Kultur ermöglicht werden und auf mögliche zukünftige Tendenzen der globalen Gesellschafts- und Kulturentwicklung hingewiesen werden.

Weber Samuel (2009), Modernisierung, Globalisierung und Kultur im mexikanischen Bundesstaat Chiapas – Zapatistische Bewegung und indigene Identität, Verlag: Books on Demand
ISBN 978-3837021370