Israel enteignet weitere 400ha palästinensisches Land

Foto: Xavier Malafosse

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Nur wenige Tage nach dem erreichten Waffenstillstand im Gazastreifen gibt Israel neue umfangreiche Siedlungspläne für das Westjordanland bekannt. Friedensaktivsten sprechen von der größten Enteignung seit den 80er Jahren.

Nach den heftigen Kämpfe im Gazastreifen jubelten vor rund einer Woche die Menschen über die erzielte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Mit dieser Waffenruhe war auch die Hoffnung auf eine neue diplomatische Initiative verbunden, welche auch das Ende der israelischen Besatzung in ganz Palästina zum Resultat haben könnte.

Doch anstatt auf Entspannung zu setzten, gab Israel am gestrigen Sonntag neue Siedlungspläne bekannt. Demnach werden um einen Siedlungsblock in der Nähe Betlehems rund 400 Hektar palästinensisches Land als Eigentum des Staates Israel erklärt.

Quelle: Peace Now

Quelle: Peace Now

Laut der israelischen Friedensinitiative Peace Now sei diese Annektierung von Land rund um die Siedlung Gva’ot im Westjordanland die umfangreichste seit den 80er Jahren. Gva’ot selbst wurde 1984 als Militärstützpunkt zwischen den palästinensischen Dörfern Al Jab’a und Nahhalin errichtet. In den 90er Jahren bezogen Thora Studenten den Stützpunkt, welcher dann 1998 der 3km entfernten Siedlung Alon Shvut angeschlossen wurde. Dabei würden die gestern bekanntgewordenen Pläne eine dramatische Ausdehnung des in der Gegend bisher annektierten Gebietes bedeuten.

Hinsichtlich der jüngsten Konflikte zwischen Israel und Palästina fällt die Regierung um Premierminister Netanyahu dem als gemäßigt geltenden palästinensischen Präsidenten Abbas erneut in den Rücken. So dränge sich laut Peace Now der Anschein auf, dass gewaltsamer Widerstand Israel zu Kompromissen zwinge, während der Verhandlungsweg lediglich neue, immer größere Siedlungspläne nach sich zieht.

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