Brasilien stellt Rüstungsgeschäft mit USA infrage

F/A-18 Hornet - Bild: Boeing Photo

F/A-18 Hornet – Bild: Boeing Photo

Brasilien erwägt, ein mit 4 Milliarden Dollar dotiertes Rüstungsgeschäft aufgrund der bekanntgewordenen Spionagetätigkeit der USA nicht zustande kommen zu lassen. „Man kann einen solchen Vertrag nicht mit einem Land abschließen, dem wir nicht vertrauen“.

Angeblich ist Deutschland das einzige Land, in welchem eine nennenswerte Aufregung über die bekanntgewordene Spionagetätigkeiten der NSA zu verzeichnen ist. Doch während die Bundesregierung gestern den Skandal wieder einmal für beendet erklärt hat, verhalten sich andere Länder weit weniger zurückhaltend.

In diesem Zusammenhang wird in Brasilien erwogen, ein geplantes Rüstungsgeschäft im Wert von 4 Milliarden US$ nicht zustande kommen zu lassen. So hatte das südamerikanische Land eigentlich vor, 36 Kampfjets aus US-amerikanischer Produktion zu erwerben. Beim heutigen Treffen des amerikanischen Außenmisters Kerry und der brasilianischen Präsidentin Rousseff wird dieses Geschäft jedoch keine Rolle spielen.

„Man kann einen solchen Vertrag nicht mit einem Land abschließen, welchem wir nicht vertrauen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen hohen Regierungsvertreter.

Die bekanntgewordenen Spionagetätigkeiten haben beim wichtigsten Handelspartner der USA in Südamerika zu großem Unmut geführt. Der Flugzeughersteller Boeing CO muss nun fürchten, dass der Zuschlag für das Geschäft an einen französischen oder schwedischen Konkurrenten weitergereicht wird. Sollte dies der Fall sein, wäre die amerikanische Rüstungsindustrie neben der IT-Branche bereits der zweite Wirtschaftsbereich, der aufgrund der Enthüllungen Edward Snowdens mit Einnahemausfällen in Milliardenhöhe zu rechnen hat.

Ein Gedanke zu „Brasilien stellt Rüstungsgeschäft mit USA infrage

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