Russland unterstützt Lateinamerika im Kampf gegen den Drogenhandel

ru_dro_la.jpegRussland will sich verstärkt am Kampf gegen den Drogenhandel in Lateinamerika beteiligen. Über die reine Kriminalitätsbekämpfung hinaus hat dieses Engagement jedoch auch eine geostrategische Bedeutung.

Russland will sich verstärkt am Kampf gegen den Drogenhandel in Lateinamerika beteiligen. Dies bekräftigte Victor Ivanov, Vorsitzender des staatlichen Antidrogenkomitees Russlands, während eines Besuchs am 19. März in der peruanischen Hauptstadt Lima. Für ihn sei der Drogenhandel „wie ein Tsunami, der alles Untergräbt, was er auf seinem Weg trifft“. In diesem Zusammenhang habe Russland entschieden, mit den lateinamerikanischen Staaten gemeinsame strategische Operationen zu planen und auszuführen. Dabei sollen die betroffenen Länder unter anderem bei der Ausbildung von Sicherheitskräften, dem Entwickeln einer gemeinsamen Politik, sowie bei der Behandlung von Drogenkonsumenten unterstützt werden.

Konkret geplant sei bereits ein Antidrogen-Ausbildungszentrum in Nicaragua mit russischer Finanzierung. Während Moskau schon sei Längerem mit der Regierung in Managua in diesen Fragen kooperiert, möchte Peru ebenfalls die Zusammenarbeit ausbauen. Auch dort wolle man ein regionales Ausbildungszentrum für den Kampf gegen den Drogenhandel errichten.

Als Grund für die Initiative nannte Russlands „Anti Drogen Zar“ Ivanov die globalen Auswirkungen der transnational agierenden organisierten Kriminalität. Besonders besorgte sei seine Regierung darüber, dass der Drogenhandel mittels Geldwäsche das globale Finanzsystem überfluten und dadurch nationale Ökonomien bedrohen würde.

Über die reine Kriminalitätsbekämpfung hinaus hat dieses Engagement jedoch auch eine geostrategische Bedeutung. Dabei geht es Russland darum, die Vorherrschaft der USA in diesem Bereich infrage zu stellen.

So dient die militärisch ausgerichtete Antidrogenpolitik der USA in Lateinamerika auch dazu, direkten Einfluss auf die Politik in den entsprechenden Staaten auszuüben. Beispiele hierfür sind der sogenannte Plan Colombia oder die Mérida Initiative in Mexiko. Mit dem jetzt verstärkten Engagement will Russland diese Vormachtstellung brechen, um die globale Antidrogenpolitik als multilaterales, von der UN geführtes Projekt neu auszurichten. Ob und inwiefern dies gelingt, bleibt abzuwarten. Die positiven Reaktionen von Staaten wie Peru oder Nicaragua zeigen jedoch, dass auch in der Region selbst der Wunsch einer macht- und geopolitisch ausgewogeneren Drogenpolitik durchaus vorhanden ist.